Ratgeber · Qualität

MD-Qualitätsprüfung vorbereiten: Sieben Schritte für ein sicheres Ergebnis

Die Qualitätsprüfung durch den Medizinischen Dienst gehört für jede Pflegeeinrichtung zum Alltag, und doch löst sie oft Anspannung aus. Mit einer guten Vorbereitung wird aus der Prüfung eine Routine, die Sie souverän meistern. Dieser Leitfaden zeigt die wichtigsten Schritte.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Rahmen: Regelprüfung höchstens jährlich (§ 114 Absatz 2 Satz 1 SGB XI), stationär indikatorengestützt mit einer Stichprobe von neun versorgten Personen, davon sechs vorab gezogen und drei erst vor Ort.
  • Die Erfahrung: die meisten Beanstandungen entstehen durch Doku-Lücken und nicht gelebte Standards, nicht durch schlechte Pflege.
  • Der Weg: sieben Vorbereitungsschritte von der Probebegehung bis zur nachweislichen Umsetzung früherer Hinweise.

Was prüft der Medizinische Dienst?

Rechtsgrundlage ist § 114 Absatz 2 Satz 1 SGB XI: Die Regelprüfung findet im Abstand von höchstens einem Jahr statt, in der vollstationären Pflege nach dem indikatorengestützten Verfahren der QPR vollstationär mit einer Stichprobe von neun versorgten Personen. Bei nachweislich hoher Qualität kann der Abstand nach § 114c SGB XI auf bis zu zwei Jahre verlängert werden. Wichtig: Das gilt vollstationär seit dem 1. Januar 2023, für ambulante und teilstationäre Einrichtungen nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit erst ab dem 1. Januar 2027, und auch dann erst, wenn der Medizinische Dienst Bund die zugehörigen Richtlinien veröffentlicht hat. Am 3. August 2026 lagen sie nicht vor, das Verfahren dazu ist seit dem 25. Februar 2026 eröffnet. Neu ist außerdem § 114 Absatz 2a SGB XI: In Krisensituationen kann der Abstand um höchstens ein Jahr verlängert werden, die Regelungen des Medizinischen Dienstes Bund dazu gelten seit dem 1. Juni 2026. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die pflegerische Versorgung fachgerecht, sicher und individuell auf die Bewohner und Patienten abgestimmt ist. Geprüft werden unter anderem die Pflege- und Versorgungsqualität, die Dokumentation, der Umgang mit Medikamenten, die Hygiene sowie die Umsetzung der Expertenstandards.

Für ambulante Dienste gilt seit dem 1. Juli 2026 eine neue Prüfsystematik, seit dem 30. Juli 2026 in der geänderten Fassung mit zweitägiger Ankündigungsfrist. Für ambulante Pflegedienste ist die QPR Teil 1a maßgeblich, für ambulante Betreuungsdienste die QPR Teil 1b. Einzelheiten im Beitrag Neue Qualitätsprüfung ambulant.

Wie die Stichprobe zustande kommt

Die neun versorgten Personen werden nicht in einem Zug ausgewählt. Sechs zieht die Datenauswertungsstelle vorab als geschichtete Zufallsstichprobe (Ziffer 9.1 der QPR vollstationär), drei weitere zieht das Prüfteam erst am Prüftag vor Ort nach den Zufallszahlen der Datenauswertungsstelle (Ziffer 9.2). Einrichtungen, die noch keine Ergebnisse erfasst haben, bekommen alle neun Personen vor Ort ausgewählt (Ziffer 9.3). In der solitären Kurzzeitpflege sind es sechs Kurzzeitpflegegäste statt neun (Ziffer 10 Absatz 1).

Ein häufiger Irrtum in der Vorbereitung: Die QPR schreibt keine Verteilung der Stichprobe über die Wohnbereiche vor. Wer sein Team nur in einem Bereich vorbereitet, weil dort angeblich geprüft wird, bereitet am Verfahren vorbei vor. Gehen Sie davon aus, dass jeder Wohnbereich betroffen sein kann.

Sieben Schritte zur sicheren Vorbereitung

  • Selbstcheck und Probebegehung: Gehen Sie die Einrichtung mit dem Blick eines Prüfers durch.
  • Dokumentation prüfen: Achten Sie auf eine schlüssige, aktuelle und vollständige Pflegedokumentation.
  • Expertenstandards leben: Sturz, Dekubitus, Schmerz und Co. sollten im Alltag sichtbar umgesetzt sein.
  • Fortbildungsnachweise bereitlegen: Die Pflichtfortbildungen müssen lückenlos belegbar sein.
  • Medikamenten- und Hygienemanagement: Prozesse klar geregelt und nachvollziehbar halten.
  • Team vorbereiten: Mitarbeitende sollten wissen, was sie erwartet, und sich sicher fühlen.
  • Frühere Hinweise umsetzen: Maßnahmen aus der letzten Prüfung nachweislich erledigt haben.

Häufige Stolperfallen

Die meisten Beanstandungen entstehen nicht durch schlechte Pflege, sondern durch lückenhafte Dokumentation oder Standards, die zwar auf dem Papier stehen, aber im Alltag nicht gelebt werden. Wer beides zusammenbringt, geht gelassen in die Prüfung.

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Die Checkliste ist eine Orientierungshilfe und ersetzt keine fachliche Beratung im Einzelfall.

Quellen und Stand

Alle Zahlen, Fristen und Rechtsstände in diesem Beitrag wurden zuletzt am 3. August 2026 geprüft. Die QPR vollstationär ist zu diesem Datum unverändert in der Fassung vom 17. Dezember 2018 in Kraft, die Jahreszahl 2022 auf dem PDF bezeichnet nur einen redaktionellen Nachdruck.

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